Nahost

Liveticker Iran-Krieg – Iranisches Trolling erinnert an das Ende des spanischen Weltreichs

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
Liveticker Iran-Krieg – Iranisches Trolling erinnert an das Ende des spanischen Weltreichs© Philip James de Loutherbourg, Public domain, via Wikimedia Commons
  • 8.05.2026 18:20 Uhr

    18:20 Uhr

    Araghtschi: USA entscheiden sich für rücksichtslose militärische Abenteuer

    Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat sich auf X unter anderem zu dem von der Washington Post erwähnten CIA-Bericht geäußert: "Die CIA liegt falsch. Unser Raketenbestand und unsere Kapazität an Abschussanlagen liegt nicht bei 75 Prozent im Vergleich zum 28. Februar. Die richtige Zahl ist 120 Prozent."

    Bezogen auf die Verhandlungsbereitschaft der USA zeigte er wenig Optimismus: "Jedes Mal, wenn eine diplomatische Lösung auf dem Tisch liegt, entscheiden sich die USA für ein rücksichtsloses militärisches Abenteuer. Ist das eine rohe Taktik, Druck auszuüben? Oder das Ergebnis eines Durchstechens, um POTUS noch einmal in einen anderen Sumpf zu stoßen?"

    Auch der Sprecher des iranischen Außenministeriums Esmail Baghaei hielt mit seiner Meinung über die US-Vertreter nicht hinter dem Berg.

    Er zitierte die US-Journalistin und -Historikerin Barbara Tuchmann mit einer Begriffserklärung zu "Engstirnigkeit" aus ihrem Buch "Die Torheit der Regierenden" von 1984:

    "Engstirnigkeit, die Quelle der Selbsttäuschung, ist ein Faktor, der eine überaus wichtige Rolle in der Politik spielt. Sie besteht darin, eine Situation nach vorgefassten Anschauungen einzuschätzen und gegenteilige Anzeichen zu missachten oder zu verleugnen. Daraus erwächst ein 'Wunschhandeln', das sich von den Tatsachen nicht beirren lässt."

    Tuchmann hatte diese Aussage auf Philipp II. bezogen, den spanischen König, der im Kampf gegen Elisabeth I. von England die Armada verlor. Der Untergang der Armada vor der britischen Küste war der Anfang vom Ende des spanischen Weltreiches und der Beginn des englischen gewesen.

  • 18:04 Uhr

    Haaretz: Israel erlaubt Besuch von Rotem Kreuz bei Gefangenen

    Laut Bericht der israelischen Zeitung Haaretz werden die israelischen Behörden das erste Mal seit dem 7. Oktober 2023 einer Delegation des Internationalen Roten Kreuzes erlauben, die Gefangenenlager zu besichtigen, in denen nach aktuellem Stand mindestens 9.000 Palästinenser gefangen gehalten werden.

    Allerdings handelt es sich laut der Zeitung um ein begrenztes Besichtigungsrecht: Persönliche, nicht überwachte Gespräche mit den Gefangenen werden nicht erlaubt.

  • 17:45 Uhr

    Israelische Angriffe auf den Südlibanon werden verstärkt

    Bis jetzt forderten die israelischen Angriffe auf den Südlibanon heute bereits mehr als zehn Todesopfer. Die Intensität der Luftabgriffe nimmt also weiter zu.

    Betroffen war unter anderem der Ort Tura, der auch gestern bereits Ziel eines Luftangriffs war. Gestern wurde dabei ein Rettungssanitäter getötet, heute fielen ihm zwei Männer und zwei Frauen zum Opfer, acht weitere Personen wurden verwundet. Von dem gestrigen Angriff auf den Krankenwagen gibt es ein Video:

    In der Stadt Abbasija, die in der Nähe von Tura liegt, ergingen Aufforderungen zur Evakuierung.

    Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums liegt die Zahl der Opfer des israelischen Einmarsches inzwischen bei 2.759.

  • 17:10 Uhr

    Weitere Zusammenstöße zwischen US-Truppen und Iran

    Wiederholt werden Zusammenstöße zwischen iranischen und US-Truppen aus der Straße von Hormus gemeldet. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars.

    Dem vorausgegangen war ein US-Angriff auf zwei Tanker, die Sea Star III (IMO 9569205) und die Sevda (IMO 9172040). Die Sea Star III ist ein 2011 in China gebauter Tanker, der in China versichert ist. Eigentümer ist die staatliche iranische Reederei. Die Sevda wurde 1999 in Südkorea gebaut, gehört auch der staatlichen iranischen Reederei und fährt ebenfalls die China-Route, unterliegt im Gegensatz zur Sea Star III jedoch keinen US-Sanktionen. Beide Tanker haben vor etwa einem Monat ihr Satellitensignal abgeschaltet. Das Portal Binance meldete, die iranische Besatzung habe via Funk den Angriff gemeldet und um Unterstützung durch iranische Truppen gebeten.

    Am Morgen erst hatte das chinesische Außenministerium seine "tiefe Besorgnis" ausgedrückt, dass "eine große Zahl von Schiffen und Besatzungsmitgliedern durch den Konflikt in Mitleidenschaft gezogen und in der Straße gestrandet ist". Hintergrund dessen war vermutlich ein Angriff am Montag oder Dienstag auf einen Tanker für Chemieproduktie, die JV Innovation (IMO 9276688), die unter der Flagge der Marschallinseln fährt, aber auf allen Schifffahrtsportalen überdeutlich "chinesischer Eigner und Besatzung" signalisiert. Es soll dabei jedoch kein Besatzungsmitglied zu Schaden gekommen sein. Allerdings ist eine iranische Verantwortung für diesen Treffer höchstens durch Zufall vorstellbar; ganz anders sieht es mit den US-Amerikanern aus, die mit den beiden oben erwähnten Tankern ebenfalls Schiffe angegriffen haben, die China beliefern.

    Auch wenn sich die Zusammenstöße bisher auf kleine Schusswechsel beschränken – die Reaktion des chinesischen Außenministeriums, die heute auf Global Times veröffentlicht wurde, könnte andeuten, dass die chinesische Geduld sich langsam dem Ende nähert.

  • 16:19 Uhr

    ZDF-Korrespondentin feiert US-Angriff auf Iran: "Hab auf dem Hotelflur getanzt"

    Die ZDF-Korrespondentin Golineh Atai präsentierte Paul Ronzheimer ihre Vorstellung journalistischer Neutralität zum Krieg gegen Iran. Im Podcast des Stellvertretenden Bild-Chefredakteurs schilderte die in Teheran geborene Journalistin ihre Freude über den US-israelischen Angriff auf Iran: "Wir waren in Jordanien und ich habe angefangen, nach Mitternacht auf dem Hotelflur zu tanzen."

    Als Paul Ronzheimer nachhakte, wann sich ihr "Jubel" über den völkerrechtswidrigen Angriff gelegt habe und sie wieder zur "Realität" zurückgekehrt sei, bekräftigte die Leiterin des ZDF-Studios in Kairo: "Der Jubel ist immer noch da." Auf die Frage, ob sie versucht habe, direkt aus Iran zu berichten, antwortete Atai, die nach eigenen Angaben im Alter von fünf Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland zog: "2008 war meine letzte Reise."

    Golineh Atai berichtete in der Vergangenheit als ARD-Moskau-Korrespondentin bereits über den Ukraine-Konflikt und stellte den Euromaidan als eine authentische Graswurzelbewegung dar.

  • 15:00 Uhr

    Washington erwartet noch heute Antwort Irans auf US-Vorschlag 

    Die Vereinigten Staaten erwarten noch heute eine Antwort Irans auf den Vorschlag zur Beendigung des Krieges, sagte US-Außenminister Marco Rubio. Er hoffe, dass es sich um ein "ernsthaftes Angebot" handele.

    "Wir sollten heute etwas erfahren", sagte Rubio bei einem Pressegespräch in Rom am Morgen.

    "Bis zur Stunde haben wir noch nichts erhalten", fügte er hinzu. "Ihr System ist weiterhin stark fragmentiert und ebenfalls ineffizient, was ein Hindernis darstellen könnte."

    Der ranghöchste US-Diplomat betonte, dass die Hoffnung bestehe, die iranische Antwort sei "etwas, das uns in einen ernsthaften Verhandlungsprozess bringen kann".

    Rubio erwähnte zudem Berichte, wonach Iran eine Art Behörde eingerichtet habe oder einzurichten versuche, die den Verkehr in der Straße von Hormus kontrollieren solle. Dies sei "sehr problematisch und tatsächlich inakzeptabel".

  • 14:40 Uhr

    Iran weitet wegen US-Seeblockade Schienenverkehr mit China stark aus

    Iran verstärkt den Handel mit China über die Schiene, um die Auswirkungen der US-Blockade seiner Häfen abzumildern und sich an den Druck anzupassen, der seine Wirtschaft strangulieren soll. Die Zahl der Güterzüge von Xi’an in Zentralchina nach Teheran ist laut mit den Lieferungen vertrauten Personen von etwa einem Zug pro Woche vor dem Konflikt auf einen Zug alle drei bis vier Tage seit Beginn der Blockade am 13. April gestiegen.

    Die Frachtkosten sind stark gestiegen. Die Preise für den Transport eines standardisierten 40-Fuß-Containers auf dieser Strecke lagen diese Woche laut den Personen bei bis zu 7.000 US-Dollar – rund 40 Prozent mehr als üblich. Die Personen wollten anonym bleiben, da sie nicht befugt sind, mit den Medien zu sprechen.

    Die Route, die durch Kasachstan und Turkmenistan verläuft, kann jedoch nur einen kleinen Teil des Ausfalls ausgleichen, der durch die US-Blockade entsteht.

    Die Marineoperation begann vor etwa drei Wochen. Sie verhindert, dass Teheran den Großteil seines Öls exportiert und lebenswichtige Getreidelieferungen importiert. Bereits jetzt zeigen sich Belastungen für die iranische Wirtschaft: Der Rial ist stark unter Druck geraten.

    Derzeit verläuft der Handel größtenteils nur in eine Richtung: Container werden vor allem mit Industrie- und Konsumgütern nach Iran transportiert, darunter Autoteile, Generatoren und Elektronik, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Iranische Beamte erklärten zudem, dass geprüft werde, künftig auch Produkte wie Petrochemikalien und Treibstoffe per Bahn zu exportieren.

    Gleichzeitig laufen Pläne, die Transportkapazitäten im Juni weiter auszubauen. Die China-Route ist dabei nur ein Bestandteil einer jahrelangen Strategie Teherans, gemeinsam mit Verbündeten neue Logistikkorridore auszubauen und sich gegen westlichen Druck abzusichern.

    Bereits im Oktober begann Iran erstmals mit dem Export von Diesel per Bahn nach Afghanistan. Genutzt wird dafür die 225 Kilometer lange Bahnstrecke Khaf–Herat, die die nordöstliche iranische Provinz Chorasan-e Razavi mit der afghanischen Stadt Herat verbindet, berichteten staatliche Medien.

    Der staatliche Sender Press TV bezeichnete die Verbindung nach Xi’an in einem Bericht zum Betriebsstart im vergangenen Jahr als eine "lebenswichtige Notfalllösung, um den bilateralen Handel vor den Tentakeln der US-Hegemonie zu schützen".

  • 13:57 Uhr

    VAE melden Abwehr von Raketen- und Drohnenangriff – mehrere Verletzte

    Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate teilte mit, dass die Luftabwehrsysteme zwei ballistische Raketen und drei Drohnen abgefangen hätten, die in Iran gestartet worden seien. Drei Menschen seien dabei mittelschwer verletzt worden.

    "Seit Beginn der offenen iranischen Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Luftabwehrsysteme insgesamt 551 ballistische Raketen, 29 Marschflugkörper und 2.263 Drohnen abgefangen", erklärte das Ministerium in einem Beitrag auf X.

    Iran hat sich zu dieser jüngsten Entwicklung bislang nicht geäußert.

  • 13:00 Uhr

    Ölpreis steigt leicht nach Gefechten in Hormus – Brent wieder bei 100 Dollar

    Die globalen Ölpreise sind leicht gestiegen, nachdem es in der Nacht zu einem Feuergefecht zwischen US- und iranischen Kräften gekommen war. Im Vergleich zu den starken Ausschlägen früher in der Woche bleibt die Bewegung jedoch gering – ein Hinweis darauf, dass Marktteilnehmer weiterhin an eine Stabilisierung des Konflikts glauben.

    Die Brent-Öl-Futures als internationaler Referenzwert legten um 0,2 Prozent auf 100,30 US-Dollar pro Barrel zu (Stand: 5:18 Uhr Ortszeit New York). Die US-Sorte West Texas Intermediate zeigte sich weitgehend unverändert, nachdem sie zuvor im nachbörslichen Handel auf die Nachrichten über die Kämpfe reagiert hatte.

    US-Präsident Donald Trump erklärte, drei US-Zerstörer seien in der Straße von Hormus angegriffen worden, spielte den Vorfall jedoch herunter und betonte, dass die Waffenruhe weiterhin gelte.

    Iran wiederum warf den USA vor, einen iranischen Öltanker sowie Küstenregionen angegriffen zu haben.

    Zuvor waren die Ölpreise deutlich gefallen, nachdem Berichte über eine mögliche Einigung zwischen den USA und Iran zur Beendigung der Feindseligkeiten die Märkte beruhigt hatten.

  • 12:15 Uhr

    Iran beschlagnahmt Öltanker "Ocean Koi"

    Iran hat den Öltanker "Ocean Koi" beschlagnahmt. Dies sei laut iranischen Staatsmedien am Freitag erfolgt.

    Demnach wirft Teheran dem Schiff vor, einen Versuch unternommen zu haben, Irans Ölexporte zu stören. Weitere Details zur Herkunft des Tankers, seiner Flagge oder dem genauen Ort der Beschlagnahmung wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

    Iran geht in der strategisch wichtigen Straße von Hormus immer wieder gegen Schiffe vor und begründet solche Maßnahmen häufig mit Vorwürfen wie Schmuggel oder Verstößen gegen maritime Vorschriften.

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